MARKO BOOS

             SOZIAL - PRAGMATISCH - BOOS

Sozialdemokrat...... ?

Ich werde häufig gefragt, wie ich als Landrat des Kreises Mayen-Koblenz überparteilich handeln kann, obwohl ich Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bin. 

Diese Frage beantworte ich offen und ehrlich.
Ich bin katholisch/ konservativ erzogen worden. Mein Elternhaus, mein Freundeskreis und das Umfeld, aus dem ich komme, sind mindestens CDU-nah, vielfach sogar CDU-Mitglieder. Diese Prägung begleitet mich bis heute – und sie hat meinen Blick auf Politik und Verantwortung stark beeinflusst.

Gleichzeitig war ich schon immer jemand, der Dinge hinterfragt. Als Gerhard Schröder auf die Bundespolitische Bühne trat, hat mich sein Politikstil begeistert. Ebenso die Haltung und Klarheit von Helmut Schmidt. Die Politik dieser beiden Bundeskanzler steht für mich bis heute für das, was Sozialdemokratie im Kern ausmacht: Verantwortung für das Ganze zu übernehmen, auch dann, wenn Entscheidungen unbequem sind. Gerade Gerhard Schröder hat in seiner Amtszeit Reformen durchgesetzt, die zunächst als unsozial galten, langfristig aber die Grundlage dafür geschaffen haben, dass nachfolgende Regierungen Handlungsspielräume hatten. 

Das war für mich gelebte Verantwortungspolitik.

Auch meine berufliche Herkunft  hat meinen politischen Weg geprägt. Für mich bedeutet Sozialdemokratie vor allem eines: Politik für die Mitte der Gesellschaft zu machen, für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da zu sein und unser Land nach vorne zu bringen.
Ich gehe heute durchaus kritisch mit meiner eigenen Partei um. Manche Entwicklungen – insbesondere auf Bundesebene – entfernen sich aus meiner Sicht von dem sozialdemokratischen Selbstverständnis, das mich politisch geprägt hat. Dennoch bin und bleibe ich Sozialdemokrat – aus Überzeugung.

Gleichzeitig bin ich der festen Meinung: Wer ein politisches Spitzenamt ausübt, darf nicht parteipolitisch denken und handeln

Als Landrat sehe ich mich in der Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises – unabhängig von Parteibuch oder politischer Haltung. 

Gute Ideen, sinnvolle Lösungsansätze und konstruktive Kritik gibt es in allen Fraktionen. Sie müssen gehört, abgewogen und gemeinsam zu tragfähigen Lösungen geführt werden.

So verstehe ich meine Arbeit: nicht parteipolitisch, sondern sachorientiert. Nicht ideologisch, sondern verantwortungsbewusst. Nicht für Einzelinteressen, sondern für das große Ganze.

Ich bin überzeugt, dass die meisten Mitglieder des Kreistages und alle, die mit mir zusammenarbeiten, genau das erleben: 

Einen Landrat, der konservative Werte wie Verlässlichkeit, Ordnung und Verantwortung ebenso ernst nimmt wie sozialdemokratische Grundüberzeugungen von Gerechtigkeit und Zusammenhalt.
Was mich an der aktuellen politischen Kultur insgesamt stört, ist die zunehmende Angst vor klaren Entscheidungen. Zu oft werden notwendige Schritte aus Sorge vor einer verpatzten Wiederwahl oder öffentlicher Kritik vertagt. Doch Politik darf nicht von Angst getrieben sein. Sie braucht Mut, Klarheit und Entscheidungsfreude – sonst verschärfen wir die Probleme, statt sie zu lösen.

Genau diesen Anspruch habe ich an meine Arbeit als Landrat: 

Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und dabei alle demokratischen Kräfte mitzunehmen – zum Wohle des Kreises Mayen-Koblenz und der Menschen, die hier leben.